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Vernetzung auf LinkedIn: Mehr Wertschätzung, weniger Verkaufsdruck

  • Autorenbild: Sanne Jungermann
    Sanne Jungermann
  • 27. Nov. 2025
  • 2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 3 Stunden

Auf LinkedIn vergeht kaum ein Tag, ohne dass eine Nachricht im Postfach landet, die sich nach Nähe anfühlt, obwohl es noch gar keine Beziehung gibt. Man wird ungefragt geduzt, bekommt ein “exklusives Angebot” und manchmal auch gleich das Gefühl, man müsse jetzt reagieren, Zeit investieren oder zumindest freundlich absagen.


Früher dachte ich: Auf solche Nachrichten sollte man antworten. Alles andere ist unprofessionell. Heute sehe ich das anders.


Vernetzung Linkedin Menschen
Auch in der Offline-Welt schaffen wir mit Respekt und Geduld wertvolle neue Beziehungen (Bildquelle: Wix Medien)

Nicht jede Kontaktaufnahme verdient automatisch Aufmerksamkeit. Und nicht jede Vernetzung ist schon Beziehung. Trotzdem glaube ich nicht, dass das Problem LinkedIn ist. Das Problem ist die Haltung, mit der viele das Netzwerk nutzen.


Wer LinkedIn nur als schnellen Verkaufskanal versteht, überspringt den wichtigsten Teil: Interesse, Relevanz und Vertrauen.


Gute Vernetzung beginnt nicht mit einem Angebot. Sie beginnt mit Wahrnehmung.


  • Wer ist die Person?

  • Wofür steht sie?

  • Gibt es einen echten Anknüpfungspunkt?

  • Ist eine Anfrage sinnvoll oder nur Teil einer Liste?


Das klingt banal, macht aber einen großen Unterschied.


Denn ein Geschäftsnetzwerk funktioniert nicht dadurch, dass möglichst viele Menschen möglichst schnell angeschrieben werden. Es funktioniert dadurch, dass Kontakte mit der Zeit Bedeutung bekommen.


Manchmal entsteht daraus ein Gespräch. Manchmal eine Empfehlung. Manchmal einfach ein sinnvoller Austausch. Und manchmal passiert erst einmal gar nichts.


Auch das ist in Ordnung.


Für mich gehört zu professioneller LinkedIn-Kommunikation deshalb nicht nur, was man postet, sondern auch, wie man sich vernetzt, kommentiert, nachfasst und mit Aufmerksamkeit umgeht.

Mehr Wertschätzung heißt nicht, künstlich nett zu sein. Es heißt, den anderen nicht sofort zur Zielscheibe der eigenen Akquise zu machen. Und weniger Verkaufsdruck heißt nicht, dass LinkedIn geschäftlich unwichtig ist. Im Gegenteil: Gerade weil LinkedIn geschäftlich relevant ist, lohnt sich ein sauberer Umgang damit.


Am Ende bleibt eine einfache Frage:


Will ich nur Kontakte sammeln? Oder will ich ein Netzwerk aufbauen, das wirklich trägt?



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