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LinkedIn-Posts schreiben: Zeigen Sie, wofür Sie stehen.

Autorenbild: Sanne Jungermann
Sanne Jungermann
20. Aug.
3 Min. Lesezeit

Wie Haltung, Erfahrung und die eigene Sprache Beiträge persönlich machen. Mit drei Prompt-Vorlagen für ChatGPT und andere Sprachmodelle.


Sanne Jungermann zeigt wie man Haltung und Emotionen bei LinkedIn zeigt

Viele Beiträge sind fachlich richtig und sauber formuliert. Trotzdem bleiben sie austauschbar. Ich erfahre etwas über ein Thema, aber wenig über den Menschen dahinter.


Interessant wird es oft erst dann, wenn sichtbar wird, warum eine Person etwas denkt. Welche Erfahrung dahintersteht. Was sie gelernt hat. Was sie stört. Was sie wichtig findet.


Genau da entsteht Verbindung.


Fachwissen braucht eine persönliche Einordnung


Bei meinen Kunden beobachte ich häufig: Beiträge mit einer persönlichen Geschichte, Haltung oder Emotionen erreichen mehr Menschen und lösen mehr Reaktionen aus als reine Fachinformationen. Das ist meine Praxiserfahrung, keine Reichweitengarantie.


Ich empfehle deshalb einen gesunden Mix. Fachwissen gibt Orientierung. Die persönliche Einordnung zeigt, wie jemand denkt und arbeitet. Menschen interessieren sich schließlich auch für die Person hinter einem Thema. „Wertschätzung ist uns wichtig“ ist schnell geschrieben. Wenn jemand erzählt, wie ein Mitarbeiter eine schwierige Situation gelöst hat und warum ihn das beeindruckt hat, wird dieser Wert greifbar.


Hier beginnt Storytelling: Eine konkrete Situation macht eine Aussage nachvollziehbar. Dafür muss niemand Privates preisgeben oder eine große Geschichte inszenieren. Auch bei Veranstaltungen interessiert mich mehr als „Wir waren dabei, tolles Event, gute Gespräche“. Welcher Moment ist hängen geblieben? Was hat überrascht oder begeistert? So kann beim Leser das Gefühl entstehen: Da wäre ich gern dabei gewesen.


Prompt 1: Einen LinkedIn-Post mit eigener Haltung schreiben


KI kann Gedanken ordnen, kürzen und Formulierungen vorschlagen. Damit daraus ein persönlicher Beitrag wird, braucht sie mehr als Fachinformationen: Ihre Erfahrung, Ihre Gefühle und Ihre Sicht auf das Thema.


Ein möglicher Prompt:

Hilf mir, aus diesen Gedanken einen kurzen LinkedIn-Post zu schreiben: Das habe ich erlebt oder beobachtet: ... So habe ich mich dabei gefühlt: ... Das war mir wichtig: ... So stehe ich dazu und deshalb: ... Das soll der Leser daraus mitnehmen: ... Erfinde keine Erlebnisse oder Gefühle. Wenn dir etwas fehlt, frage nach.

Nicht jeder Post braucht alle diese Punkte. Sie helfen aber dabei, vor dem Formulieren die eigene Aussage zu finden.


Prompt 2: Authentisch in Ihrer eigenen Sprache schreiben


Manchmal lese ich einen Post und denke: So spricht diese Person doch gar nicht. Im Gespräch oder in einer selbst geschriebenen E-Mail klingt sie völlig anders. Korrekte Sprache ist natürlich kein Problem. Aber wenn persönliche Eigenheiten vollständig verschwinden, kann der Text fremd wirken.


Authentizität heißt für mich, dass Sprache, Haltung und Mensch zusammenpassen. Das macht glaubwürdig.


Geben Sie der KI deshalb eigene Textproben: Frühere Beiträge, E-Mails ohne vertrauliche Angaben oder einen eingesprochenen Gedanken. Ergänzen Sie:

Diese Beispiele zeigen meine Sprache. Orientiere dich an meiner Wortwahl, meinem Satzbau und meinem Ton. Du darfst ordnen und kürzen, aber glätte meine persönliche Art nicht weg.

Danach fragen Sie die KI:

Was macht denn meine persönliche Sprache aus? Wie kann ich das definieren? Wie würdest du es für einen Schreibprompt festhalten?

Prüfen Sie, ob Sie sich in dieser Beschreibung wiedererkennen. Wenn ja, lassen Sie die KI den Post mit dieser Beschreibung Ihres Sprachstils formulieren.


Prompt 3: Den LinkedIn-Post auf Mehrwert und Persönlichkeit prüfen


Den ersten KI-Entwurf würde ich nie ungeprüft übernehmen. Ein flüssiger Text ist noch keine hilfreiche Aussage. Deshalb fragen Sie am Ende immer:

Prüfe den Post kritisch: Welchen konkreten Mehrwert bietet er dem Leser? Werden meine Persönlichkeit, meine Werte und meine Haltung empathisch deutlich? Klingt er nach meinen Textproben? Zeige mir austauschbare oder überflüssige Stellen. Wenn etwas fehlt, stelle Rückfragen.

Mehrwert kann ein praktischer Tipp sein, eine neue Perspektive oder das Gefühl: Diese Herausforderung kenne ich auch. Empathie bedeutet dabei, mitzudenken, was das Gegenüber beschäftigt.


Am Ende prüfen Sie selbst: Würde ich das so sagen? Stehe ich dahinter? Und kann mein Leser etwas daraus mitnehmen? Dann wird aus einem formulierten Text ein Beitrag, der authentisch ist und tatsächlich zu Ihnen gehört.

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